Maschinenring Montabaur

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Seminar: Sicher fahren in der Silage- und Heuernte

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Mitgliederversammlung 2017

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Die Mitgliederversammlungen des Beratungsrings für Futterbau und Rindviehhaltung Montabaur (BR) und des Maschinenrings Rhein-Lahn-Sieg e.V. (MR) fanden traditionsgemäß Anfang März in der Stadthalle Montabaur statt.

Die Vorsitzenden der beiden Vereine Harry Mulder und Axel Scheffen begrüßten die Anwesenden und führten durch die Tagesordnung. Sie blickten zurück auf das vergangene Jahr und stellten heraus, dass gerade in solchen Zeiten der Kontakt zu Mitstreitern und dem sozialen Umfeld wichtig ist und man einen persönlichen Ausgleich finden muss, um gut aufgestellt durch die kräftezehrende Zeit zu gehen. Darüber hinaus erwähnten sie mit Stolz die Veranstaltungen aus 2016, gemeinsame Projekte und den Einsatz der neuen Maschinen.

Unsere beiden neuen Mitarbeiter Björn Diefenbach und André Graw stellten sich an diesem Abend den Mitgliedern vor.

Désirée Diels ließ das Beratungsjahr 2016 Revue passieren, Martin Schmitz trug die Kassenberichte vor und ging auf die wesentlichen Aspekte des abgelaufenen Jahres ein. Das Jahr 2016 war geprägt von mäßigen bis schlechten Erzeugerpreisen. MR und BR reagierten darauf mit speziellen Beratungsangeboten und Veranstaltungen, die Möglichkeiten aufzeigten, mit dieser Situation fertig zu werden. Im Bereich der Leihmaschinen gab es im abgelaufenen Jahr neue Technik: die Güllekette erhielt zur direkten Einarbeitung eine Scheibenegge, mit einer Schlauchpresse wurden erstmals über 7.000 m³ Gras- und Maissilage konserviert und für die Stoppelbearbeitung steht eine neue 5 m Scheibenegge zur Verfügung. Ein besonderes Anliegen im neuen Jahr ist die Unterstützung der Mitglieder beim eAntrag. An vier Arbeitsplätzen bieten wir Hilfe bei der Erstellung der Flächenanträge an.

Gerhard Steitz, Vorsitzender des Landesverbands der Maschinenringe war aus dem Saarland angereist und verdeutlichte in seinem Grußwort die Bedeutung und die Zusammenarbeit der Verbände.

Aus dem Vorstand des Maschinenrings standen laut Satzung die folgenden Mitglieder zur Wahl: Markus Bretz, Mischa Ferdinand, Markus Hüsch, Uwe Quiring, Ludwig Seegers und Ralf Koch wurden einstimmig wieder gewählt. Michael Buhl stand nicht zur Wiederwahl zur Verfügung, musste aber auch laut Satzung nicht ersetzt werden.

Mit großer Spannung wurde an diesem Abend Dr. Andreas Quiring, Geschäftsführer der Andreas-Hermes-Akademie (AHA) in Bonn, als Referent erwartet. Er sprach über die Ansprüche an einen landwirtschaftlichen Betriebsleiter in der Vergangenheit und wie sich diese im Laufe der Jahre entwickelt haben.

Wenn man 60 Jahre zurück blickt, war der Landwirt ein „Selbstversorger“, der den Umgang mit knappen Ressourcen erlernen musste. Oft gelang dies durch Hilfe und Zusammenarbeit im Dorf. Die Betriebsleitung blieb aus Tradition in der Familie. Eine Ausbildung oder gar ein Studium genossen die Wenigsten.

Ende der 1960er Jahre kam der Mansholt-Plan. Dieser sah vor, Rationalisierungsmaßnahmen in der Landwirtschaft durchzuführen: Auf größeren Betrieben sollte die Produktivität gesteigert werden, kleinere Betriebe wurden weniger gefördert. In unserer Region spezialisierte man sich auf Schweine- oder Rinderhaltung. Geographisch bedingt gab es eher weniger Ackerbaubetriebe. Es wurde häufig in neue Technik und Stallbau investiert. Nach und nach erschienen in dieser Zeit die ersten Fachmagazine.

1992 dominierte die Mc Sharry Reform die europäische Agrarpolitik. Sie zielte darauf ab, die Landwirte für den Weltmarkt fit zu machen. Bis zur Jahrtausendwende sollten die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse sinken. Das Motto „Wachse oder weiche“ wurde priorisiert. Neben den praktischen Tätigkeiten auf dem Feld und im Stall wurden dem Landwirt zahlreiche betriebswirtschaftliche Aufgaben zuteil. Regelmäßige Fortbildungen, die Auslagerung von Arbeiten sowie die Einstellung von Mitarbeitern waren keine Seltenheit mehr.

In der heutigen Zeit gestalten sich die Anforderungen an einen Betriebsleiter sehr vielseitig: Eine fundierte Ausbildung oder Studium der Produktionstechnik und Betriebswirtschaft sind Standard geworden. Die Arbeitsprozesse auf den Betrieben gestalten sich effizienter, nicht zuletzt unterstützt durch moderne Techniken wie GPS oder Internet. Die Kommunikation vor allem über neue Medien (Smartphones, Tablets und PCs) mit Kollegen, Lohnunternehmern, Händlern und Lieferanten ist an der Tagesordnung.

Der Umgang mit Menschen, sei es Personal, Ehepartner oder Familienmitglieder sowie Nachbarn und Berufskollegen stellt ebenfalls hohe Ansprüche an einen heutigen Betriebsleiter. Gerade in einer Zeit, in der sich vor allem Berufsfremde erlauben, Kritik auszuüben und anzuprangern, wie ein Landwirt mit seinen Tieren umgeht oder welche Maßnahmen er auf den Feldern ergreift, lässt den Landwirt – einst Schöpfer und Bewahrer – zum Erklärer, der seine tägliche Arbeit kommuniziert, werden. Er benötigt die Fähigkeit, sich in andere Menschen hinein zu versetzen und den gemeinsamen Dialog zu suchen. Dr. Andreas Quiring gab uns mit auf den Weg, neue, zuvor unbekannte Tätigkeiten auszuüben, neue Orte zu bereisen und den Kontakt zu Menschen zu suchen. Weiterbildung ist das A und O und 80 % des Lernens besteht aus neuen Tätigkeiten, die man vorher noch nicht ausgeübt hat. Die anschließende angeregte Diskussion zeigte, dass er mit seinem Vortrag den Nerv der Anwesenden getroffen hatte.

 

 

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